Häufige Fragen

Lernen/ Schulreife

Lernen die Kinder in einem Naturkindergarten auch Schneiden, Basteln und Malen?

Malen, Basteln und Schneiden sind Fertigkeiten, die im Naturkindergarten genauso geübt werden wie in einem Regelkindergarten. Die ErzieherInnen bauen immer wieder Programmpunkte in den Kindergartenalltag ein, bei denen eben diese Fähigkeiten trainiert werden. Aber auch während der Freispielzeit haben die Kinder jederzeit Zugang zu Papier, Stiften, Scheren und Klebstoff. Auch Naturmaterialien, wie z.B. Blätter eignen sich für kreative Bastelarbeiten. Basteln macht draußen schließlich mindestens genauso viel Spaß wie drinnen!

Dürfen die Kinder in einem Naturkindergarten auch puzzeln oder Brett- und Kartenspiele spielen?

Der Natur- und Tierkindergarten Lerche besitzt für die verschiedenen Altersgruppen jeweils einige Puzzles sowie eine Auswahl an Brett- und Kartenspielen, die in der Blockhütte gelagert und bei Bedarf in der Freispielzeit heraus geholt werden. Allerdings ist die Auswahl an Puzzles und Spielen kleiner als in einem Regelkindergarten, da der Schwerpunkt im Naturkindergarten auf dem Freispiel mit Naturmaterialien liegt. Um trotzdem Auswahlmöglichkeiten und Vielfalt anzubieten, werden sowohl Puzzles als auch Spiele in regelmäßigen Abständen ausgetauscht.

Wie sieht das Vorschulprogramm im Natur-und Tierkindergarten aus?

Um die Kinder bestmöglich auf die Schule vorzubereiten, bekommen alle Kinder ab 5 Jahren spezielle Vorschulmappen (Wunderfitzmappe). Die Inhalte werden individuell mit den Kindern erarbeitet. Am Ende des letzten Kindergartenjahres steht eine "Schulkindübernachtung" an.

Gibt es Untersuchungen über die Schulreife von Kindern, die einen Natur- oder Waldkindergarten besucht haben?

In den letzten Jahren wurden mehrere Untersuchungen zum Thema "Schulreife" durchgeführt. Die bekannteste und aktuellste Studie stammt von Peter Häfner, der im Jahr 2002 seine Dissertation zu diesem Thema geschrieben hat.

Das Ergebnis seiner Untersuchung kann wie folgt zusammengefasst werden: Bei allen sechs untersuchten Oberkategorien (Motivation - Ausdauer - Konzentration, Sozialverhalten, Mitarbeit im Unterricht, Musischer Bereich, Kognitiver Bereich, Körperlicher Bereich) schnitten die Kinder aus Natur- und Waldkindergärten besser ab, als diejenigen aus Regeleinrichtungen. In folgenden Unterkategorien waren Waldkindergartenkinder denen aus Regelkindergärten hingegen unterlegen: Finger- und Handgeschicklichkeit, Unterscheidung von Farben, Formen und Größen und das Ausführen von angeleiteten (rhythmisch-synchronen) Bewegungsabläufen. Damit diese Defizite gar nicht erst entstehen können, werden die Kinder im Natur- und Tierkindergarten Lerche in diesen Bereichen von Anfang an gezielt gefördert.

Gesundheit

Werden die Kinder öfter krank, wenn sie bei jedem Wetter draußen sind?

Meistens ist genau das Gegenteil der Fall: Der Aufenthalt an der frischen Luft bei jeder Witterung stärkt das Immunsystem und fördert die Gesundheit der Kinder. Der Körper wird weniger anfällig gegenüber Temperaturveränderungen, Wind und Nässe. Die Ansteckungsgefahr ist geringer als in geschlossenen Räumen, da frische Luft keimärmer ist. Allerdings dauert es bei neuen Kindern eine Weile, bis ihr Körper sich an die neuen Anforderungen gewöhnt hat.

Haben die Kinder nicht andauernd Zecken?

Grundsätzlich sind Zecken besonders in der Zeit von April bis September in der Natur anzutreffen. Jedoch hatte seit unserer Eröffnung kein Kind in unserem Kindergarten eine Zecke. Falls wir in Zukunft Probleme mit Zecken haben sollten, werden die Eltern informiert und folgende Schutzmaßnahmen ergriffen:

Die Kinder sollten wenn möglich lange Kleidung tragen und mit einem entsprechenden Insektenschutzmittel eingecremt werden. Wird ein Zeckenbiss bemerkt, sollte die Zecke sofort entfernt werden - im Kindergarten von den ErzieherInnen, zuhause von den Eltern. Die Bissstelle sollte markiert und in den folgenden Tagen beobachtet werden. Bei einer Rötung sollte evtl. der Kinderarzt aufgesucht werden. Um eine Infizierung mit Hirnhautentzündung zu vermeiden, empfehlen wir den Eltern darüber hinaus eine Schutzimpfung.

Welche anderen gesundheitlichen Gefahren gibt es bei ständigem Aufenthalt in der Natur?

Fuchsbandwurm, Tollwut und Tetanus sind weitere Krankheiten, die durch Tiere, Erde oder verrottetes Holz übertragen werden können. Daher gelten für Kinder und ErzieherInnen verschiedene Verhaltensregeln. Dazu gehört auch die Regel, nichts in den Mund zu stecken und keine toten oder vermeintlich zutraulichen Tiere  zu berühren. Um einer Infektion mit Tetanus vorzubeugen, empfehlen wir den Eltern zusätzlich eine Schutzimpfung.

In der Natur besteht keine erhöhte Unfallgefahr, solange die Verhaltensregeln eingehalten werden. Die Regeln werden gemeinsam mit den Kindern erarbeitet und deren Einhaltung wird von den ErzieherInnen überwacht.

Wetter

Was machen die Kinder wenn es regnet?

Unser Motto ist: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung". Wenn es regnet, ziehen die Kinder von Kopf bis Fuß Regenkleidung an und gehen raus. Zum Vespern wird in der Regel unsere regendichte Markise über dem Vesperplatz ausgefahren. In Ausnahmefällen kann auch mal in der Blockhütte gevespert werden. Falls die Kinder trotz Regenkleidung nass werden sollten, können sie in der Blockhütte ihre Kleider wechseln. Wenn es richtig regnet, halten sich die Kinder auch mal für einige Zeit in der Blockhütte auf.

...und wenn es stürmt?

Bei Windstärken unter 8 Beaufortgrad findet der Kindergartenalltag wie gewohnt statt. Bei starkem Wind oder Windböen entscheidet das Erzieherteam nach eigenem Ermessen, wann ein Aufenthalt in der Blockhütte oder ein Fernbleiben von Bäumen erforderlich ist.

Ab einer Windstärke von 8 Beaufortgrad findet der Kindergarten in einem Ausweichkindergarten statt. Die Eltern werden rechtzeitig durch eine Telefonkette informiert, die von der Gruppenleitung in Gang gesetzt wird und bringen ihre Kinder direkt dort hin. An diesen Tagen endet der Kindergartentag um 12:30 Uhr.

Was passiert bei einem Gewitter oder bei Hagel?

Wenn es hagelt oder gewittert, zieht sich die Gruppe in die Blockhütte zurück und wartet dort das Ende des Gewitters bzw. des Hagelschauers ab.

Frieren die Kinder im Winter nicht ständig?

Das kann vorkommen. Aber es gibt viele Möglichkeiten etwas dagegen zu unternehmen: Auch hier gilt, dass gute Kleidung das A und O ist. Außerdem achten die ErzieherInnen darauf, dass die Kinder in Bewegung bleiben, z.B. indem regelmäßig Bewegungsspiele in den Tagesablauf eingebaut werden. Im Winter wird die Blockhütte beheizt, so dass die Kinder sich immer wieder darin aufwärmen können. Die Erzieher(innen) entscheiden nach eigenem Ermessen und durch Beobachtung der Gruppe, welches Programm sinnvoll ist.

Hochwasserschutz

Das Gelände liegt direkt an der Glems. Welche Vorkehrungen gibt es bezüglich Hochwasser?

Da Ditzingen in der Vergangenheit mit dem Thema Hochwasser sehr stark konfrontiert war, ist dies natürlich auch für uns ein wichtiger Punkt, mit dem wir uns beschäftigt haben.

Uns wurde von mehreren Seiten bestätigt, dass das Kindergartengelände in den vergangenen Jahrzehnten nicht überschwemmt wurde. Auch bei dem Hochwasser im Sommer 2010 stand - entgegen anderer Aussagen z.B. in der Presse - kein Wasser auf unserem Gelände! Da die Stadt Ditzingen detaillierte Pläne für den zukünftigen Hochwasserschutz ausgearbeitet und umgesetzt hat, gehen wir davon aus, dass auch in Zukunft auf unserem Gelände kein Wasser stehen wird.

Der Boden unserer Blockhütte ist durch das Fundament und die Bohlen des Unterbodens ca. 15 cm über der Erde. Dies bedeutet, dass auch im unwahrscheinlichen Fall einer Überflutung unseres Geländes das Wasser erst 15 cm hoch sein muss, bevor die Hütte beschädigt wird… Versicherungstechnisch sind wir jedoch durch unsere Gebäudeversicherung auch für den unwahrscheinlichen Fall einer tatsächlichen Beschädigung abgesichert.